Subjektiv // Grand Cuisine // die vegane Skulptur

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oder der Versuch über einen erweiterten Nahrungsbegriff

Perspektivwechsel:

Was kann nährend sein für das Soziale? Wie ist soziale Nahrung definierbar?

In der sozialen Skulptur ist es zwingend das Soziale in allen Bereichen des gemeinsamen Lebens zu identifizieren und es auch entsprechend dahin auszudehnen. Durch unsere Interaktion, im gemeinsam mit anderen konstruierten Raum, ist es deshalb notwendig das Leben als solches in alle unsere Entscheidungen mit einzubeziehen.

Wenn wir lernen die Qual der nichtmenschlichen Kreatur wieder für wahr zu nehmen, werden wir auch den alptraumhaften Schmerz des Menschen wahrnehmen können, der sich ökonomisch gezwungen sieht, die Kreatur in seiner kurzen Aufzucht zu quälen, um sie dann zu töten, zu häuten und zu zerteilen. Beide Leben zeigen uns ihre seelische Wunde in ihrem vom Kapitalismus gemeinsam konstruierten Raum.

Die Kreatur in der Hand der Maschine Mensch. Nur wenn sich der Mensch von seinem Menschlichen endgültig entfremdet hat, kann dieser seinem eigenen Leid entgehen, kann er es nicht, zerstört er mit jedem vernichteten und gequälten Leben das seine.

Kann Tod Nahrung sein? Kann Tod nähren? Kann uns die Qual der Kreatur, die Qual des Menschen nähren? Ein vom Menschlichen entblößter, ein vom Leben entfremdeter Körper, der mit den immer gleichen scharfen, ökonomisch getakteten Bewegungen in das noch warme Leben hineinstößt, mechanisch, immer wieder den eigenen Geist aufs Neue zwingend, legt seinen täglichen Schmerz auf die Teller unserer Gesellschaft. Im Schlachthof gibt es keinen Personaleingang und dennoch ist geteiltes Leid nicht halbes Leid.

Ernährung muss nicht nur als autopoietischer, biologischer Stoffwechselprozess begriffen werden, sondern auch als emotionaler Austauschprozess des gesellschaftlichen Lebens. Den Menschen Nährendes kommt in der Landwirtschaft ebenso vor, wie in der Pädagogik, der Ökonomie und allen anderen Bereichen unserer menschlichen Gemeinschaft. Die Freiheit des Individuums wird hier zur Voraussetzung, denn ein unfreies Individuum kann nicht nährend sein, es muss selbstbestimmt und freiwillig sich selbst in den gemeinsamen Prozess hinein geben können und kann aus diesem Grund auch nicht konsumierbar sein. Der Genährte muss lernen sich auf allen Ebenen seiner Empfindungen auf diesen Austausch einzulassen. Dies ist die nahrhafte, strukturelle Koppelung zwischen Menschen, die eingefordert werden muss. Nahrung und Freiheit sind hier, in der veganen Skulptur untrennbar miteinander verbunden. Nur so kann unsere menschliche Kommunikation, unser menschlicher Ausdruck authentisch werden. Nur wenn wir das Fürsorgliche in unseren ökonomisierten Alltag integrieren, werden wir wieder durchlässig für das Menschliche. In einer freien menschlichen Authentizität wird Nahrung zur Plastik, zur Skulptur und muss in einem selbstverantwortlichen Austausch gründen, in welchem soziale Nahrung in freien Assoziationen gestaltet wird. Gesellschaftliche Nahrung gestaltet sowohl die Gemeinschaft als auch das Individuum im Vollzug von Sprache. Soll heißen, das Nährende liegt in einer verantworteten, ethischen Kommunikation.

Begreifen wir uns in unserem ureigensten Wesen als Leben, dann müssen wir beginnen mit dem Leben in Beziehung zu gehen. Wenn wir beginnen mit dem Leben in Beziehung zu gehen begegnen wir uns selbst im Anderen.

Die nichtmenschliche Kreatur kann deshalb nie Nahrung sein, weil sie in ihrem Wesen, wie wir auch, auf Selbsterhaltung orientiert ist und sich nicht authentisch frei, auf der stofflichen Ebene, in den gemeinsamen Ernährungsprozess hinein begibt. Begreifen wir jedoch die Konstruktion des Sozialen auch als Heilungsprozess, ist Leben immer in Beziehung mit dem Ganzen und integriert somit die nichtmenschliche Kreatur ebenso, wie die menschliche.

Veganismus ist mittlerweile leider zum Lifestyle verkommen! Er wurde vom Markt, in seiner ihm eigenen Profitgier, in die Mechanismen des Selben integriert. Aus diesem gilt es ihn wieder herauszureißen. Es ist „in“ geworden sich mit allerlei leckeren Rezepten und veganen Assesoires zu beschäftigen und zu umgeben. Hat Mensch doch das Gefühl das Richtige zu tun und in einer kleinen Ecke unseres Gewissens breitet sich ein Wohlgefühl aus, wenn wir all die gesunden Sachen konsumieren, um unser Selbst zu optimieren. Aber trotz aller Fitness macht es einen irgendwie auch schläfrig und müde von diesem seligen Wohlbefinden überströmt zu werden. Das ist die Logik des kapitalistischen Marktes. Es wird zum Veganen ein Image mit beworben und verkauft, das mit dem Kern der Sache eigentlich nichts mehr zu tun hat. Veganismus ist kein esoterisches peacefood Kaffeekränzchen! Er ist ökologisch, systemkritisch und antikapitalistisch.

Die Gesundheit steht meist all zu gerne im Fokus einer veganen Lebensweise oder ist es doch nur die vegane Ernährung. Mensch setzt sich auseinander mit Darmkrebs erregenden Substanzen im Fleisch oder mit Kasein in der Milch, das krebserregenden Stoffen einen wunderbaren Nährboden bereitet. Oder sind es doch die Eier, welche bei Männern das Risiko an Prostatakrebs zu erkranken bei 2 ½ Eiern pro Woche um 81% erhöhen(1).

Mann isst das periodisch erzeugte Abstoßungsprodukt einer weiblichen anderen Spezies und nimmt dabei eine tödliche Krankheit in Kauf. Das ist die negative Zuspitzung eines von Gier zerfressenen Patriarchats.

Subjektiv sind das alles jedoch gute Gründe für das Vegane und dennoch vernachlässigen sie das Ganze, dessen Teil wir alle sind. Das Soziale und das Individuelle sollten dabei immer kongruent gedacht werden. Wir können uns nicht außerhalb der Gesellschaft verhalten, es wird immer ein auf das Subjekt zurückwirkendes Verhalten sein und somit ein Verhalten, dass auch die Gesellschaft, das Ganze beeinflusst, dessen Teil wir sind.

Mensch verhält sich nie unabhängig von der Gesellschaft und nie unabhängig von seinen eigenen in der Gesellschaft gemachten Erfahrungen. Die subjektive eigene Gesundheit trägt deshalb immer auch zur Gesundheit der Gesellschaft, zur Gesundheit des Ganzen bei, dessen Teil wir sind. Wir sind Nährendes und Genährte gleichermaßen. Begreift sich der Mensch grundsätzlich unabhängig von seiner Umwelt und seinen Mitmenschen, wird sein Verhalten, seine Handlung tendenziell unsozial sein, weil er das Ganze nicht als Teil von sich selbst begreift.

Innerhalb einer kapitalistischen Verwertungslogik wird individuelle Gesundheit auf Dauer nicht gewinnbringend sein. Wenn dieser Marktlogik gefolgt wird,  ist eine krank machende Ernährung zwingend notwendig, da nur diese den angestrebten Profit steigern kann. Gesunde Menschen verhalten sich für die Pharmaindustrie, wie für die Konzerne der Massentierhaltung, aus ihrer gewinnorientierten Logik heraus destruktiv und sind deswegen entsprechend zu manipulieren.

Dies wurde in den USA schon lange erkannt. Deswegen ist dort jede öffentliche Äußerung gegen die Massentierhaltung, zum Beispiel der Rinderwirtschaft, strafrechtlich relevant, da sie die amerikanische Wirtschaft in ihrem Profitstreben schwächt und angreift. Die Gesundheit der Menschen ist nicht gewinnbringend, da nicht ökonomisch ausbeutbar!

Ein gesunder Mensch verhält sich, wenn er seine Gesundheit bewusst betreibt fast schon antikapitalistisch, da er um gesund zu bleiben nicht der geforderten ernährungspolitischen Marktlogik folgen kann. Er steht im Widerspruch zu ihr!

Das Tierwohl ist ein weiterer Grund, der für eine vegane Lebensweise sprechen soll. Laut statistischem Bundesamt sieht die Fleischerzeugung in Deutschland folgender maßen aus. Pro Jahr werden im Durchschnitt ca. 3.7 Millionen Rinder, ca. 60 Millionen Schweine und ca. 680 Millionen Geflügel geschlachtet (2).

Diese Zahlen sollen nur ein kleiner Gedankenanstoß sein, da jedem kritischen Leser klar sein muss, dass diese Menge an Lebewesen nicht artgerecht gehalten, geschweige den getötet werden kann. Artgerechte Tötung, ein Widerspruch in sich! Laut Eu-Kommission erleben je nach Staat 75% der Tiere ihre eigene Schlachtung mit (1). Es ist müßig an dieser Stelle die immer gleichen, hinlänglich bekannten Fakten zu präsentieren, vielmehr ist es dringend notwendig diese Fakten in unserem Inneren aufzunehmen und unserem Mitgefühl für das Leben an sich endlich den nötigen Raum einzuräumen.

Es ist in diesem Rahmen jedoch unerträglich, wie Vegan-Magazine die Verurteilung von Tierleid als Verkaufsstrategie nutzen, während gleichzeitig vegane Mode mit sexistischen Motiven beworben wird. Das Weibliche wird bedenkenlos ausgebeutet. Auch hier steht der eigene Profit im Mittelpunkt und es darf niemand wundern, wenn von selbigen Magazinen bejubelt wird, dass sich Wurstfabrikanten den veganen Markt mit Fleischersatzprodukten aneignen. Bündnisse mit der Fleischindustrie werden hier als Etappensiege hochstilisiert und verharmlosen eine unverschämte Kapitalorientierung.

Dies gilt es im Blick zu behalten! Ein grüner Kapitalismus bleibt dennoch Kapitalismus, mit allen seinen negativen Mechanismen und grundlegenden Strukturen, welche den Mensch in seinem Wesen verachten, ebenso wie die geschlachtete Kreatur, die er ihm auf die Mitte seines Tellers legt, um ihn vom Rand des Selben abzulenken.

Das Klima, ein Argument, welches das Ganze, das Soziale in den Blick zu nehmen versucht. Laut WWF importiert Deutschland jährlich ca. 7 Millionen Hektar Land durch den Anbau von Tierfuttersoja. Für diese Flächen werden Regenwälder gerodet, Kleinbauern vertrieben oder einfach skrupellos ermordet. Es ist faktisch moderner Kolonialismus.

Exkurs:

Gesündere Ernährung entspricht über 230 Mrd. gesparter PKW-Kilometer

Wer sich in Deutschland gesünder ernährt, betreibt aktiven Klimaschutz.

Gerade unser Fleischkonsum und der dafür nötige Einsatz von Soja in der Tier-

fütterung sind entscheidend für die Größe unserer Fußabdrücke bei Flächen-

verbrauch und Ausstoß an Treibhausgasen. Eine gesündere Ernährung gemäß

wissenschaftlichen Empfehlungen wirkt sich entsprechend positiv auf den

Ressourcen- und Klimaschutz aus: Weltweit würden mehr als 1,8 Mio. ha – das

entspricht der Größe Sachsens – an Flächen frei für andere Nutzungen. Zudem

könnten 27 Mio. t CO²-Äquivalente an Treibhausgasen vermieden werden:

13 Mio. t davon durch die Einsparung von direkten THG-Emissionen und rund

14 Mio. t durch Vermeidung von Landnutzungsänderungen. Dies entspricht

der Emissionsmenge von 2,3 Mio. Neuwagen bei einem EU-Grenzwert von 120

g CO²-Ausstoß pro Kilometer und einer Gesamtfahrleistung von 100.000 km. (3)

Hier ist es zwingend den Zusammenhang von Milchprodukten und Massenrinderzucht zu berücksichtigen. Milchkonsum ist nicht vom Fleischkonsum zu trennen und dies ist leider eine der Argumentationslücken jeden Vegetariers.

Der Konsum von tierischen „Nahrungsmitteln“ zerstört nicht nur die Umwelt durch seinen enormen Bedarf an Fläche und Wasser, sondern er zerstört auch unser Klima durch die dadurch entstehenden Ausscheidungen.

Hinlänglich bekannt sollte sein, dass diese klimaschädlichen Treibhausgase, die des weltweit gesamten Transportwesens überschreiten.

German meat, milk and cheese kills people in Afrika, South America and everywhere…

…oder die Unerträglichkeit des Seins.

Es ist unerträglich mit anzusehen wie afrikanische Kleinbauern von Konzernen, die von der deutschen Entwicklungsgesellschaft unterstützt werden, ihres Landes beraubt, ihre Häuser verbrannt werden und ihren Kranken der Weg zum lokalen Krankenhaus erschwert wird, weil er durch die Plantage der Konzerne führt.

Es ist unerträglich mit anzusehen wie Kleinbauern in Afrika sich fragen, warum sie statt Nahrung Tierfuttersoja oder Kaffee für Europa anbauen sollen. Sie wissen, dass sie sich und ihre Familien von Kaffee und Soja nicht ernähren können.

Es ist unerträglich mit anzusehen, wie die Kleinbauern weltweit durch den westlichen Kapitalismus gezwungen werden unseren Lebensmittelmarkt zu bedienen und selbst daran verhungern.

Es ist unerträglich mit anzusehen, wie wir es uns leisten dass 30 Millionen Menschen jedes Jahr verhungern, weil sie kein Land haben sich selbst zu ernähren.

Es ist unerträglich, wie wir uns immer wieder und weiter in die eigene Tasche lügen und nicht bereit sind uns endlich zu solidarisieren!

Es ist unerträglich, wie unser Tierkonsum weltweit die Hungernden tötet und wir uns ausruhen in unseren kunstvoll eingerichteten Elfenbeintürmen!

Es ist unerträglich mit anzusehen, wie afrikanische Väter, mit Tränen in den Augen, von ihren toten Enkelkindern erzählen mit der Gewissheit, dass der westliche Tierkonsum verantwortlich dafür ist, weil Konzerne einen Scheiß darauf geben wessen Land sie stehlen und wir als europäische Endverbraucher den satten Vorteil genießen.

Es ist unerträglich, wie schnell sich die Solidarität im Dunst der Pestizide auflöst, den die Konzerne auf ihre Monokulturen ausbringen lassen und den Tod ihrer Arbeiter in Kauf nehmen, weil sie das Geld für Schutzoveralls sparen wollen.

Es ist unerträglich mit anzusehen, wie sich Menschen auf die Flucht begeben müssen, um diesem Schicksal zu entkommen und wir sie trotzdem in unser menschenverachtendes System integrieren, dass für ihre Flucht verantwortlich ist.

Du siehst dieses Elend!

Du siehst wie sich Menschen wegen des guten Geschmacks und aus Bequemlichkeit entsolidarisieren!

Welchen sozialen Raum wollen wir eigentlich entfalten?

Wollen wir uns nicht endlich bewusst machen, dass der Raum den wir gestalten nicht nur abhängig von uns ist, sondern auch andere abhängig sind von unserem gestalteten sozialen Raum!

Nicht nur unser Leben findet in diesem Raum statt, auch das Sterben der Anderen!

Emanzipiert sich der Mensch vom Tierkonsum, auch in seiner vegetarischen Ausformung, emanzipiert er sich von Herrschaft.

Dies ist jedoch nicht zwangsläufig, sondern erfordert den konkreten widerständigen Blick auf politische Zustände und darf deshalb nicht zu einem konsumierbaren veganen Label verkommen. Permanente Herrschaftskritik ist hier nicht nur zwingend, sondern muss auch im praktischen Alltag ihren Ausdruck finden!

Reduzieren wir uns selbst auf die Rolle von Konsumentinnen ist eine interkulturelle Solidarität schwer möglich. Verweigern wir uns, die Zusammenhänge von Markt, Tierkonsum und weltweiter Verelendung wahrzunehmen, beschneiden wir uns in unserer politischen, ebenso wie in unserer gesellschaftlichen Selbstwirksamkeit.

Deshalb ist die Frage nach der sozialen Skulptur die wir selbst bewusst gestalten immer auch eine Frage nach der Gesamtheit, nach der Ganzheit des Sozialen.

Wenn wir uns losgelöst vom sozialen Ganzen verhalten, verhalten wir uns bewusst asozial und darum kapitalistisch!

Wie weit sind wir bereit diesen Rahmen aufzuspannen?

Wann sind wir bereit aufs Ganze zu gehen?

Exkurs:

„Kriege ereignen sich nicht einfach, wir machen sie; das Elend ist kein historischer Zufall, sondern unser Werk, weil wir eine Welt mit all den asozialen Vorteilen wollen, wie sie die ideologische Rechtfertigung des Wettbewerbs mit sich bringt; wir sind durch einen Bevölkerungsüberschuß geschlagen, weil wir leben wollen, ohne uns zu kümmern, daß alle Menschen das gleiche Recht auf Wohlstand haben. Und schließlich behaupten wir, das gesamte menschliche Verhalten sei auf den Schutz der Konkurrenz individueller Interessen zentriert, weil wir leben wollen, ohne die Tatsache zu berücksichtigen, daß jede Individualität sozial und nur dann zu verwirklichen ist, wenn sie ihre eigenen Interessen die menschliche Gemeinschaft, von der sie getragen wird, einschließt“ (4).

 

Perspektivwechsel:

Sich als Mensch ganz der ureigensten, tiefen seelischen Wunde öffnen, sich durchlässig machen für die Energie des uns umgebenden Lebens. Sich hinein atmen in die Tiefen des Gegenüber, in die Tiefen der unendlichen Lebewesen. Hineinspüren in das Wesen des eigenen und das des anderen Selbst. Aus sich herausgreifen, um sich im Gegenüber selbst zu begreifen und sein Selbst begreifbar machen. Sich selbst mit anderen plastisch machen, sich gestalten durch das Soziale. Den Widerspruch nicht aushalten und die eigene Stimme herausschreien um sich zu veräußern, sich und seine Wunde angreifbar machen, um das Ganze endlich in den Blick, ins Innere zu holen und sich nähren am Herzschlag des universalen Lebens. In der Intuition der nichtmenschlichen Kreatur das Leben begreifen und in sich hinein sinken lassen, um ganz zu werden, um heil zu werden im universal Sozialen. Die nichtmenschliche Kreatur als eigenes menschliches Organ begreifen, dass, wenn wir es abschneiden vom sozialen Ganzen, unsere Seele zutiefst verstümmelt. Wenn wir unser Leben lieben, können wir das Leben des Anderen nicht negieren. Wenn wir das tun, negieren wir uns und unser eigenes Selbst. Es kann keine ökonomisierte Seele geben. Im Ökonomischen hat das Leben keine Schonung und muss deshalb ins Unmenschliche gezwungen werden. Davon gilt es sich zu befreien. Die eigene Seele endlich in seiner ganzen Tiefe im Innen wie im Außen ausschöpfen!

Wie tief muss der Stahl eindringen in das innerste Herz der nichtmenschlichen Kreatur bis er uns endlich selbst trifft?

 

Dem toten Hasen die Bilder oder den Hungernden der Welt unsere Schlachthöfe erklären?

Die soziale Skulptur muss vegan werden, um authentisch sozial werden zu können!!

In diesem Sinne

Unterm Pflaster liegt der Strand

M Punkt

(1) Alexandra Kuchenbauer, VEGAN, 2015 TRIAS Verlag, Stuttgart

(2) http://www.wwf.de/themen-projekte/landwirtschaft/ernaehrung-konsum/fleisch/soja-als-futtermittel/

(3) http://www.wwf.de/fileadmin/fm-wwf/Publikationen-PDF/Klimawandel_auf_dem_Teller.pdf

(4) Maturana, Humberto R. (1994): Biologie der Sozialität; In: Schmidt, S.J. (Hrsg.): Der Diskurs des radikalen Konstruktivismus, S. 287-302; Frankfurt am Main; suhrkamp-Verlag