Subjektiv // Mit solidarischen Grüßen…

Bahnhof_badkoetzting

Mit Verwunderung nehmen wir im Grandhotel Cosmopolis zur Kenntnis, dass die Zukunft des „Bahnhof Kötzting“ im bayerischen Wald in seiner jetzigen Nutzung als Kulturstätte stark gefährdet ist. Oliver Zilk hat mit großer Unterstützung durch viele Freundinnen und Freunde in Bad Kötzting einen Ort geschaffen, der dem Grandhotel in vielerlei Hinsicht nahesteht: Tatkräftige Menschen etablieren gemeinsam einen Raum der Kunst, der Kultur, der niederschwelligen Begegnung, der Kommunikation, des Verschwendens, des Träumens. Im Zentrum einer oberpfälzischen Kleinstadt, im ausgemusterten, ehemaligen Bahnhof der Stadt. In den vergangenen eineinhalb Jahren fanden dort vielfältige Kulturveranstaltungen statt, die eine große Strahlkraft entwickelten. Ein „Recht auf Stadt“, eine Teilhabe, einen besonderen Geist konnte man so auch im sicherlich wunderbar gelegenen und beinahe genau so sehr beschaulichen Bad Kötzting und weit darüber hinaus verspüren – sogar bis Augsburg.

Nun droht dem Projekt das Aus.

Nicht weil es Grund zur Beschwerde gäbe – viele sind sich sicherlich auch in Bad Kötzting der Großartigkeit dieses Ortes bewusst. Aber die klamme Stadt (unter anderem wurde sehr viel Geld mit einem schlecht laufenden Kasino verzockt) will den ehemaligen Bahnhof nun verkaufen. Und nachdem Olli Zilk den „Bahnhof Kötzting“ nun ein Jahr lang bekannt gemacht hat und gezeigt hat, dass dort große und großartige Ideen verwirklicht werden können, kommen jetzt sehr solvente Interessenten, bieten bei der Vergabe mit unglaublichen Summen gegen Oliver Zilk und wollen dort selbst gastronomisch tätig werden. Das ist sicherlich alles rechtens. Es ist bestimmt auch Kapitalismus, eine rasende Form der Gentrifizierung (in Bad Kötzting!?!), und vor allem ist es eines: Sehr, sehr schade.

Lieber Bahnhof Kötzting das Grandhotel Cosmopolis Augsburg (unter anderem Trägerin des Sonderpreises des Deutschen Städtebaupreises 2016, der Grünen Palme 2016, ausgezeichnet vom Bundespräsidenten höchst persönlich und blablabla… aber vor allem fühlendes und lebendiges Kunstwerk) ist schwer beeindruckt von eurer Arbeit in und für Bad Kötzting, für Kultur und Offenheit und Heimat im besten Sinne! Wir stehen mit großer Solidarität an eurer Seite. Es möge euer Stadtrat erkennen, dass man Kultur nicht handeln und Haltung nicht verkaufen kann!

Cosmopolitische Grüße von Augsburg nach Bad Kötzting