Subjektiv // Keine Wahl

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Keine Wahl

Es fühlt sich unangenehm an keine Wahl zu haben.
Ohnmächtig. Machtlos.
Für wen ergreife ich Partei?
Wer bietet das Beste vom Besten?
Überall Worthülsen, kaputte Sprache.
Zukunftslos und Gegenwartsverloren.
Hat jemand eine Idee?
Welche, der auf dem Zettel abgedruckten Optionen bringt Veränderung?

Vor vier Jahren wusste ich es nicht.
Hab mich gefühlt, als hätt ich keine Wahl.

Ein kleines Kreuz, das am Ende eh nichts ändert.
Heute muss ich das anders sehen.
Vieles ist passiert in vier Jahren.

Das Land in dem mir jemand einen Pass gegeben hat, ist wieder nach rechts gerückt.
Weiter als es jemand befürchtet hätte.
Hat mir jemand den falschen Pass gegeben, oder bin ich im falschen Land?

Viele Menschen, die seit Jahren in diesem Land leben, haben wirklich keine Wahl.
Sie haben den falschen Pass. Jemand hat ihnen den falschen Pass gegeben.
Sie leben hier nicht gut, aber gerne.
Sie fragt niemand. Sie haben keine Wahl.
Jemand verschärft weiter Gesetze.

Ich kann hier wählen.

Dieses Mal gibt es eine Wahl.
Eine Wahl gegen Menschenfeindlichkeit.
Gegen Geplärre. Gegen Parolen und Hass.
Gegen Mauern.

Heute ist die Wahl! 

Die Fotos zeigen Ausschnitte der Intervention „Keine Wahl“, vom 22.09.2013, der letzten Bundestagswahl.
Wahlberechtigte Menschen gaben ihre Stimme im Wahllokal symbolisch an Menschen ab, die damals keine Wahl hatten und auch heute keine haben.
Vielen Dank an alle Beteiligten und besonders an Juliane Stiegele von der Utopia Toolbox.Wer auch weiterhin Menschen unterstützen will die keine Wahl und immer weniger Rechte und Chancen haben,
spendet bitte dringend an:

Grandhotel Cosmopolis e.V.
IBAN: DE85 7205 0000 0250 7801 29
Betreff: „Wilde 13“

Das Geld wird direkt für Anwältinnen und Anwälte unseres Vertrauens verwendet.

Ein Beitrag von Georg