Danke für Eure große Unterstützung

Wir sind überwältigt von Eurer großen Bereitschaft, unserem gemeinsamen Herzensprojekt über diese schwierige Zeit zu helfen! Wir, das Team, das ganze Haus, das an dem Projekt Grandhotel Cosmopolis hängt, möchten uns bei Euch ganz herzlich für all die bisherigen kleinen und großen Spenden bedanken. Wir hoffen, dass wir es schaffen, das  Grandhotel Cosmopolis fit für die nächsten Jahre zu machen, damit es ein Leuchtturm in dunklen Zeiten sein kann.

Wir werden weiterhin Spenden brauchen und bitten Euch, uns nach Möglichkeit finanziell unter die Arme zu greifen. Gleichzeitig legen wir Euch nochmal unsere Café-Bar und unseren werktäglichen Mittagstisch ans Herz (ab 13:00, für Gruppen bitte vorher unter Augsburg – 821 450 82 411 anrufen), ebenso wie eine Übernachtung in einem der Künstler*innenzimmer, Buchung unter sleep@grandhotel-cosmopolis.org .

Wer mitmachen möchte, ist weiterhin herzlich willkommen und kann sich an der Bar oder per Mail an work@grandhotel-cosmopolis.org melden.

Unser Spendenaufruf ist noch aktuell – bitte teilt weiter. So, wie Ihr Eure Hoteliers kennt, werden sie sich etwas einfallen lassen, um das fünfjährige Bestehen (2013-2018) nach zwei Jahren Aufbauzeit mit Euch gebührend nachzufeiern. Doch erst einmal ist genug Arbeit angesagt, um die Dinge zu ordnen, die nun anstehen.

Danke! Ohne Euch gibt es kein Grandhotel!

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Das Grandhotel Cosmopolis steht an einem Wendepunkt.

Wir überprüfen unsere finanzielle Lage – und nach einer gewissenhaften ersten Einschätzung steht fest, dass das bisherige Konstrukt nicht mehr tragfähig ist und das Grandhotel auf ein neues Fundament gestellt werden muss, um weiterhin existieren und gedeihen zu können.

2011 haben Künstler*innen und Aktivist*innen mitten in Augsburg eine Soziale Skulptur errichtet und sie Grandhotel Cosmopolis genannt. Sie wollten der zunehmenden Entfremdung zwischen den Menschen etwas entgegensetzen und in der Stadtmitte einen lebendigen Ort der Begegnung, des Austauschs, der Kreativität und der Kunst etablieren.

An dem Ort, den sie schufen, gibt es konkret: Übernachtungsmöglichkeiten, eine Café-Bar, eine Gemeinschaftsküche mit Speise-, Veranstaltungs- und Konzertsaal, einen Seminarraum und verschiedene Ateliers, Büros und Studios.

All diese Räume bilden aber nur den Rahmen für das, worum es eigentlich geht: die gepflegte und gehegte Kultur der Augenhöhe, die sich immer weiter verfeinert. Sie ist sehr delikat, hat aber manchen schier unmöglichen Kraftaufwand möglich gemacht.

Mit Idealismus, freiwilliger Arbeit und unter Einsatz privater Mittel wurde das Grandhotel aufgebaut und mit Ideen und Ereignissen gefüllt.

Zur formalen Struktur: 2012 gründeten die Hoteliers den gemeinnützigen Verein Grandhotel Cosmopolis e.V.
Das Gebäude, in dem das Grandhotel residiert, ist eine Immobilie der Diakonie Augsburg, von der der Verein seine Räumlichkeiten angemietet hat.

Ein weiterer Teil desselben Gebäudes ist von der Diakonie an die Regierung von Schwaben (RvS) vermietet.
Die RvS betreibt dort eine Gemeinschaftsunterkunft für Geflüchtete. Zwischen RvS und Grandhotel Cosmopolis e.V. bestehen keine geschäftlichen Beziehungen.

Das bedeutet: Der Verein profitiert nicht von der Unterbringung von geflüchteten Menschen. Sein Engagement für Geflüchtete sowie die Einladung an alle Hausbewohner, sich als Teil der Sozialen Skulptur zu fühlen, all dem liegen keine ökonomischen, sondern nur idealistische Erwägungen zugrunde.

Das Grandhotel wurde mit Auszeichnungen bedacht und erntete internationale Medienberichterstattung. Von 2014 bis 2016 konnte unsere Arbeit durch Förderungen von Stiftungen verstetigt und weiterentwickelt werden. Solche Förderungen unterstützen jedoch meistens keine laufenden Prozesse, sondern erfordern die Schaffung eigener, zusätzlicher Unterprojekte mit definierten Zeiträumen.
Nicht ideal für ein langfristig angelegtes, ergebnisoffenes prozessuales Vorhaben wie das Grandhotel Cosmopolis.

Nachdem die für die Förderungen notwendigen Einzelprojekte die Alltagsbewältigung im großen Gesamtprojekt durch ihren hohen Organisations- und Bürokratieaufwand immer schwieriger gemacht hatten, versuchten die Hoteliers stattdessen einen Weg zu finden, wie sich das Grandhotel aus eigener Kraft tragen kann.
Seither generieren wir die zum Betrieb, Erhalt und Zahlen der Miete notwendigen Einnahmen aus Hotel, Café-Bar und Gastronomie.
Unser bisheriges Preismodell basiert auf der freiwilligen Selbsteinschätzung unserer Gäste: Wir setzen Richtpreise fest und bitten die Gäste auf dieser Grundlage, nach ihren Möglichkeiten zu bezahlen. Einkommenschwache Teile der Bevölkerung sollen nicht benachteiligt werden. Natürlich bedeutet das aber auch, dass wir weder eine besonders hohe Gewinnmarge haben noch fix kalkulieren können.

Um den täglichen Betrieb zu gewährleisten und eine Weiterentwicklung zu ermöglichen, braucht es Menschen in stabilen Arbeitsverhältnissen. Deshalb wurden mehrere Arbeitsplätze geschaffen, derzeit beschäftigt der Verein als Arbeitgeber elf Personen. Die Entlohnung kann im bisherigen Modell aber nur zu Mindestbedingungen erfolgen. Und das Haus lebt noch immer überwiegend von freiwillig geleisteter Arbeit.
Auch Projekte wie die Akademie mit Tagungs- und Seminarangeboten, die wir begonnen haben aufzubauen. Hier wollen wir unsere Erfahrungen weitergeben und das Grandhotel gleichzeitig durch zusätzliche Einnahmen stabilisieren.

Die letzten Jahre haben gezeigt, dass bestimmte Schnittstellen und verantwortungsvolle Aufgaben kontinuierlich betreut werden müssen – was nur mit „vernünftiger“ Bezahlung nachhaltig möglich wäre. Aktuell kommen die Hoteliers nicht nur an finanzielle, sondern durch die jahrelange hohe Arbeitsbelastung auch an kräftemäßige Grenzen.
Deshalb kommt jetzt dieser Hilferuf. Durch die Spendenaktion und durch gesteigerte Einnahmen können wir unsere laufenden Kosten decken – und Zeit gewinnen, ein praktikables neues Strukturmodell zu entwickeln, das uns nachhaltig tragen kann. Zeit gewinnen aber auch dafür, uns zu besinnen auf den ideellen Bereich des Projekts.

Das Grandhotel muss ein Ort der Augenhöhe bleiben, für jeden offen.