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von Michael Adamczyk

Von der Uniformität zur Individualität.

Das Gebäude aus der Zeit des Wiederaufbaues hat jahrzehntelang als Altenheim gedient. Bei der erste Begehung der Räume offenbarte sich die ganze Schwere eines seit Jahren leerstehenden Altenheimes.
Die Transformation zu etwas Neuem konnte nur durch eine radikale Maßnahmen mit unkonventionellen Mitteln gelingen. 66 uniforme Räume wurden dabei mit geringstem Budget aus ihrer standardisierten Ursprünglichkeit zu neuem Leben erweckt.

Der Raum:

Kontraste in Material und Form prägen den Raum. Farbe reduziert sich auf die pure Materialität. Das räumliche Konzept basiert auf einer Raumabfolge, die eine individuellen Aneignung ermöglicht.
Der Eingangsbereiche ist eng und leicht zugleich; entschleunigt, verhüllt, macht neugierig und überrascht. Erst beim Schliessen der Tür öffnet sich der Raum und gibt den Blick frei auf ein »Universalmöbel«, das den Hotelgast dazu auffordert, abzulegen und näher zu kommen.

Der Hauptraum mit Schlafplatz zeigt sich im dunklen Grau. Das gibt dem Raum Ruhe und Schwere, lenkt den Blick nach draussen und holt die wichtigsten Sehenswürdigkeiten der Stadt in den Raum.
Das Wandgemälde wurde vorgefunden, beim anstreichen ausgespart und so in die Raumgestaltung integriert. Die Decke ist bestückt mit Papiertüten, die die Deckenkontur auflöst und auch einem liegenden Betrachter visuellen Halt gibt und Assoziationen wecken soll.

Die Möbel sind aus Seekieferplatten – einem günstigen Massenprodukt das üblicherweise für Betonschalarbeiten verwendet wird. Die Härte und Robustheit des Materials fordern zur Benutzung auf und kontrastiert mit den weichen Stoffen und dem gedämpften Licht. Alle Materialien zeigen sich in ihrer natürlichen Ursprünglichkeit.
Der massive Waschtisch aus Beton wird erst aus der Raummitte heraus wirklich sichtbar. Wasser und Stein treffen hier zusammen und machen aus dem Alltäglichen etwas Besonderes.